26. Mai 2021

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Nachhaltigkeitsziele

SDG Nr. 14 – Leben unter Wasser

26. Mai 2021

Die Ozeane sind Grundlage des Lebens. Sie bedecken 70 Prozent unseres Planeten und wir alle sind auf sie angewiesen. Sie dienen als Quelle für Nahrung, Energie und Wasser. Dennoch hat die Menschheit diese wertvolle Ressource dramatisch beschädigt: Steigende Wassertemperaturen, Verschmutzung und Überfischung belasten das empfindliche Ökosystem der Weltmeere stark. Bereits heute sind 20 Prozent der Korallenriffe, 30 Prozent der Seegraswiesen und sogar 35 Prozent der Mangrovenwälder zerstört. Deshalb will die Staatengemeinschaft bis 2030 diese Entwicklung stoppen.

Gesetztes Ziel ist, “Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung [zu] erhalten und nachhaltig [zu] nutzen.”

Einfach keinen Fisch mehr essen?

Die Netflix-Dokumentation „Seaspiracy“ über die Überfischung der Meere erntet nicht nur aus der Industrie und von Branchenverbänden viel negative Kritik, sondern auch von Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace. „Veganer zu werden kann nicht die einzige Antwort sein“, meint Will McCallum, Head of Oceans bei Greenpeace Großbritannien, „eine derartige Forderung, die ausschließlich auf Veganismus setzt, ignoriert, dass Milliarden Menschen für ihr Überleben von den Meeren abhängig sind.“ Die kürzlich auf Netflix erschienene Doku „Seaspiracy“ fordert u. a., „keinen Fisch mehr zu essen“. In der als Enthüllungsgeschichte angelegten Sendung beleuchtet Filmemacher Ali Tabrizi die Fischindustrie und ihre Wirkung auf die Meere und das Klima.

Auch die gemeinnützige Meeresschutzorganisation Oceana betont, dass der völlige Verzicht auf den Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten für mehrere hundert Millionen Menschen weltweit keine realistische Alternative sei.Viele dieser Menschen leben von der Küstenfischerei  und ein vollkommener Verzicht ziehe daher in weiten Teilen Armut, Hunger und Mangelernährung nach sich.

Was sind die Alternativen? 

Die Meere beherbergen eine enorme biologische Vielfalt (Biodiversität) und leisten einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherung: Weltweit decken 3,2 Milliarden Menschen mehr als 20 Prozent ihres Bedarfs an tierischem Eiweiß durch Fisch. Der Fischereisektor bildet die Existenzgrundlage von mehr als zehn Prozent der Weltbevölkerung. Der größte Teil dieser Menschen lebt in Entwicklungs- und Schwellenländern. Verschmutzung, Überfischung und der globale Klimawandel bedrohen die Lebensgrundlage dieser Menschen heute sowie die Grundlage zukünftiger Generationen. 

Als Orientierung, wie dieses wichtige Ökosystem geschützt werden kann, dient beispielsweise der 2016 veröffentlichte 10-Punkte-Aktionsplan der Bundesregierung ‘Meeresschutz und nachhaltige Fischerei’

  •  Mehr und besser verwaltete Meeresschutzgebiete schaffen.
  • Bis 2020 sollte von der Staatengemeinschaft das Ziel erreicht werden, weltweit 10 Prozent der Meeresgebiete zu schützen. Stand heute sind es 8 Prozent. 
  •  Nachhaltige Fischerei und Aquakultur sowie verbessertes Management der Frischereibestände zum Schutz mariner Ressourcen fördern. 
  •  Nachhaltige und sozialverantwortliche Verarbeitung und Vermarktung von Fisch fördern, z. B. durch die Unterstützung nachhaltiger Lieferketten. 
  • Unterstützung von Partnerländern bei der Bekämpfung illegaler, ungemeldeter und unregulierter Fischerei. 
  • Aufbau strategischer Partnerschaften mit Wirtschaftssektoren, die ein besonderes Interesse an intakten Meeres- und Küstenökosystemen haben. Hier kann beispielsweise sozial nachhaltiger und ökologischer Tourismus helfen, die Attraktivität von Schutzgebieten zu erhöhen und gleichzeitig zur Sensibilisierung beitragen.  
  • Partnerländer bei der Reduzierung der Meeresverschmutzung mithilfe von umweltpolitischer Zusammenarbeit unterstützen. 
  • Strategien zum Umgang mit möglichen irreversiblen Schäden von Meeresökosystemen entwickeln. 
  • Küstenregionen bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützen. 
  • Frühwarnsysteme für die Folgen des Klimawandels ausbauen.
  • Länder- und themenübergreifende Kooperationen fördern, beispielsweise durch die Unterstützung der “Partnership for Regional Ocean Governance”.    

Tipp:

Als Verbraucher könnt ihr viel dazu beitragen, dass die Meere und Küstenregionen nachhaltig bewirtschaftet werden. Ein gutes Beispiel dafür ist das Lebensmittel Fisch. Zusammen mit Fischereiexperten und Umweltschutzorganisationen hat der MSC Standards für eine nachhaltige Fischerei erarbeitet. Das MSC-Siegel kennzeichnet nur Fische aus bestandserhaltender Fischereiwirtschaft. Mehr Infos und Tipps gibt es hier: 


Quellen:

  1. BMZ – SDG 14
  2. BMZ – SDG 14
  3. BMZ – Material & Meeresschutz 
  4. seashepherdglobal 
Freelancerin, Redaktion

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