Autor: Laura Lehmann

SDG 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden

10. Juni 2021

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Nachhaltigkeitsziele

SDG 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden

10. Juni 2021

Die Weltbevölkerung nimmt kontinuierlich zu und die Urbanisierung schreitet weltweit voran. Erstmals leben heute mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Bis 2050 wird erwartet, dass 68% der gesamten Weltbevölkerung in Städten leben wird. Städte haben enorme, oft noch ungenutzte Potenziale für die Entwicklung eines Landes. Sie sind Dreh- und Angelpunkt lokaler und nationaler Wirtschaften, und schon heute bündeln sich in den Städten dieser Erde mehr als 80% der globalen Wirtschaftsaktivität.

Zu den größten städtischen Herausforderungen unserer Zeit zählen vor allem die Themen Verkehrsüberlastung, fehlende Mittel für die Grundversorgung, Wohnraum, die Abnutzung von Infrastruktur, die zunehmende Luftverschmutzung sowie der Umgang mit Abfall. Damit wir jedoch auch in Zukunft gut leben können, brauchen wir bezahlbaren urbanen Wohnraum und eine nachhaltige und integrierte Stadtentwicklungspolitik. Zu lebenswerten Städten gehört gute Arbeit, nachhaltige Infrastruktur und Mobilität, Gesundheit und Teilhabe der Menschen. Aber auch ländliche Gegenden dürfen im Entwicklungsprozess nicht vergessen werden: Attraktive ländliche Räume und Dörfer mit guten Arbeitsplätzen und Infrastrukturen dämpfen eine Urbanisierung der Gesellschaft und erhöhen die Lebensqualität vor Ort sowie im Umland städtischer Räume.

Allgemeines Ziel ist es, Städte inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig zu machen.

Im Detail bedeutet das:

  • Nachhaltige Nutzung der Flächen
  • Sichere, bezahlbare und nachhaltige Mobilität in der Stadt und auf dem Land
  • Senken der Umweltbelastung durch Städte und Urbanisierung
  • Bezahlbarer Wohnraum für alle

Wie können diese Ziele erreicht werden?

Zu 1.) Was bedeutet es, Flächen nachhaltig zu nutzen?
Zum Beispiel sind Schottergärten in Baden-Württemberg ausdrücklich verboten. Auch in einigen anderen Bundesländern und Kommunen sind sie bereits unzulässig. Wer einen (Vor-)Garten hat, kann diesen Begrünen und mit heimischen Blumen Bienen, Schmetterlingen und unterschiedlichsten Insekten ein Zuhause bieten.

Zu 2.) Sichere, bezahlbare und nachhaltige Mobilität in der Stadt und auf dem Land
Hier hat Deutschland im Vergleich noch einiges an Nachholbedarf und kann sich ein Beispiel an diversen Nachbarländern nehmen: In Estland weitet der Staat beispielsweise den kostenlosen Nahverkehr aus und in der Hauptstadt Tallinn ist dieser bereits seit 2013 für die einheimische Bevölkerung kostenlos.
Die jüngste und medienwirksame Kontroverse in Deutschland drehte sich allerdings um das Thema Benzinpreise: Benzinpreise auf lange Sicht anheben, um die Umwelt zu schützen. Wir können von uns behaupten, dass wir so viel es uns möglich ist, mit dem Fahrrad fahren. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass viele diese Möglichkeit aufgrund von langen Entfernungen und fehlendem ÖPNV nicht haben. Das Auto wird zumeist genutzt, um z. B. zur Arbeit zu kommen – nicht für Spazierfahrten. Ein konsequenter Ausbau des Nahverkehrs wäre aus unserer Sicht daher der nachhaltigere Ansatz. Diese Entwicklung hätte im gleichen Zug positive Auswirkungen auf das Unterziel 3.), die Senkung von Umweltbelastungen.

Zu 4.) bezahlbarer Wohnraum für alle
Bekanntermaßen haben Angebot und Nachfrage direkte Einwirkungen auf den Preis. Aufgrund der Urbanisierung steigt die Nachfrage nach städtischem Wohnraum, wodurch der Preis in die Höhe klettert. Effiziente Stadtplanungs- und Managementpraktiken sind hier unabdingbar, um der voranschreitenden Urbanisierung zu begegnen, angemessenen Wohnraum zu schaffen und allen Menschen Teilhabe zu ermöglichen. Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ist an dieser Stelle erneut mitzudenken und eine Möglichkeit, die innerstädtische Situation zu entspannen.

Städte sind heute und in Zukunft zentral für unsere Wirtschaft, Brennpunkte sozialer, kultureller und politischer Diskurse sowie Lebensraum für den Großteil der Weltbevölkerung. Eine zukunftsweisende und effektive Stadtentwicklung ist daher unabdingbar, um die globalen Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 zu erreichen.


Quellen:

Laura Lehmann

Gründerin, CEO

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SDG Nr. 10 – Weniger Ungleichheit

Nachhaltigkeitsziele

SDG Nr. 10 – Weniger Ungleichheit

31. Mai 2021

Mit SDG 10 hat sich die Staatengemeinschaft zum Ziel gesetzt, die Ungleichheit zwischen und innerhalb den Staaten zu verringern. Darüber hinaus ist Ungleichheit als Querschnittsthema entlang aller 17 Ziele für den Erfolg der Agenda 2030 von zentraler Bedeutung.
 
Einkommen und Vermögen sind weltweit ungleich verteilt. In den letzten Jahren hat die Ungleichheit in einigen Ländern sogar weiter zugenommen. Deshalb liegt ein besonderes Augenmerk des SDG 10 darauf, für die ärmsten 40 Prozent der Weltbevölkerung die Einkommenssituation deutlich zu verbessern und das Wohlstandsgefälle in und zwischen den Ländern zu verringern.
Doch Ungleichheit beschränkt sich nicht ausschließlich auf die sogenannten Entwicklungsländer: Im Euro-Raum halten beispielsweise die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung etwa die Hälfte des Gesamtvermögens.
Hinzu kommt, dass in der Betrachtung und Analyse von Ungleichheit noch weitere Dimensionen abgebildet werden müssen. Ungleichheit zeigt sich ebenso im Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung, in der politischen und gesellschaftlichen Teilhabe, der Chancengleichheit oder der Lebenserwartung. Zusätzlich ist die Gleichstellung der Geschlechter (SDG 5) bei diesem Ziel zentral mitzudenken.
Große soziale, politische und wirtschaftliche Ungleichheit innerhalb und zwischen verschiedenen Staaten ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit.
Alle Menschen sollen ihr Leben selbst bestimmen können. Der Abbau von Ungleichheit fördert das Innovationspotenzial und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt, fördert die Leistungsbereitschaft und reduziert die Ursachen für Migration. Nur so können die sozialen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Potenziale aller Menschen angemessen genutzt werden und zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.
Große Ungleichheit und Diskriminierung abzubauen ist ein elementares Menschenrechtsprinzip. Teilhabe für alle Menschen möglich zu machen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Ethnizität, Herkunft, Religion, einer Behinderung und wirtschaftlichem oder sozialem Status ist Teil der sozialen Verantwortung.
Fernab der globalen Finanz- und politischen Staatsebene kann auch hier in Deutschland jedes Unternehmen und jede Einzelperson im Rahmen der sozialen Verantwortung zur Gesamtzielerreichung im Nachhaltigkeitsziel 10 beitragen.
Die globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten können beispielsweise so nachhaltig wie möglich gestaltet werden, in dem Menschenrechte, die Einhaltung internationaler Arbeits- und Sozialstandards, der Schutz vor Kinder- und Zwangsarbeit sowie Diskriminierungsverbot an oberster Stelle stehen.
Die Implementierung von Eingliederungsstrategien für Frauen, ältere Menschen, Menschen mit Behinderung sowie Migranten bietet Unternehmen außerdem die große Chance, selbst etwas zum Abbau von Ungleichheit beizutragen und dabei das eigene Unternehmen zusätzlich zu stärken.
 
Zugleich gibt es verschiedene Möglichkeiten, als Einzelperson tätig zu werden: Mit der Unterstützung einer regionalen Initiative wie der Tafel oder dem Kauf einer Obdachlosen-Zeitung kann jede*r Einzelne ganz unabhängig vom eigenen Gehalt der Gesellschaft etwas zurückgeben.
 
Das Prinzip der Agenda „Niemanden zurücklassen“ ist hier besonders zu unterstreichen.
 
Quellen und weiterführende Links:

Laura Lehmann

Gründerin, CEO

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